Große Modelle

Im Großen Maßstab waren Wiking-Modelle Kaufentscheidend

Die Zahl der Wiking-Modelle „im großen Maßstab“ ist überschaubar und dennoch mehr als bemerkenswert. Wiking verstand es zu Beginn der Wirtschaftswunderjahre das Potenzial der dynamisch wachsenden Fahrzeugindustrie für sich zu nutzen. So entstanden Schlepper für Hanomag, Normag und Fahr im Maßstab 1:25. In attraktiv farbiger Markenverpackung der Hersteller konnten die Schlepperverkäufer mit diesen Modell begeistern. Ein denkbar ungewöhnliches Modell blieb bis heute der Kettenschlepper K55 im Maßstab 1:25, der zwar den Blick unter die abnehmbare Haube freigab, aber keine beweglichen Ketten besaß. Es diente zum Anschauen und Staunen! Ihm setzte Wiking ein Denkmal in der Klassiker Serie, als 2003 der K55 – selbstverständlich mit beweglichen Achsen – auf Basis des historischen Modell miniaturisiert und in 1:87 vorgestellt wurde. Darüber hinaus bedeutete der große Maßstab für Wiking eine enge Zusammenarbeit mit Volkswagen. In Wolfsburg schwor man seit den Nachkriegsjahren auf die Modellbaukünste aus Berlin. Sowohl der Bestseller Käfer als auch der T1 und das Karmann Ghia Coupé entstanden im Maßstab 1:40. Außerdem kam noch der VW 1600 als Limousine und Variant hinzu. Erst in den 1990er-Jahren wurden die Formen des Magirus-Rundhauber im Maßstab 1:50 wieder entdeckt. Der große Maßstab zählt heute zu den attraktiven, abgeschlossenen Sammelthemen.

WerbeModelle

Wiking ist für viele Unternehmen die beste Werbung.
Ganz schön rar und begehrt: Werbemodelle mit eigener Aura

Als „Werbemodelle“ sind Wiking-Miniaturen seit jeher begehrt. Doch präziser gesprochen, geht’s um sogenannte „Industrieaufträge“. Also jene Modelle, die seitens der Automobilhersteller oder anderer Unternehmen in Auftrag gegeben und von Wiking auftragsgemäß geliefert wurden – das miniaturisierte Abbild des Originals eben. Von Beginn an pflegte Wiking vornehmlich den Kontakt zur Automobilindustrie, um die im Programm benötigten Miniaturen natürlich auch dort „unterzubringen“, wo die größte Affinität bestand. Volkswagen und Mercedes-Benz wurden so zu langjährigen Kunden – bis heute. Sie vertrieben die Modelle in den letzten 50 Jahren fernab des Fachhandels über ihr eigenes Vertriebsnetz. Schon in den 1950er-Jahren kamen Aufträge aus unterschiedlichen Branchen hinzu, die mit einem Wiking-Modell mit individueller Bedruckung auf sich aufmerksam machen wollten. Sie wurden als klassisches Gratis-Werbemittel eingesetzt – und ihre Zahl wuchs von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Wiking-Modellbau ging das Thema von Industrieaufträgen – anders als andere Anbieter –traditionell sehr defensiv an. Wenn schon in den 1960er-Jahren nur annähernd ruchbar wurde, dass die Werbemodelle weiterverkauft werden sollte, lehnte Wiking-Gründer Friedrich Peltzer ab. Erst in den 1990er-Jahren begann das ergänzende Sammelthema nach und nach kräftiger zu pulsieren. Angesichts der Sortimentsbeschränkung im nationalen Fachhandel ergaben sich erfreulicherweise Nischen, so dass große Marken damit das Thema Wiking um eine attraktive Sammelfacette bereicherten. Veltins, Siemens und Post Museums-Shop sind nur drei Beispiele. Gerade bei den Marken-Editionen ging es vorrangig ums positive Image und den Sympathietransfer – eine gute Marke wie Wiking wurde immer schon als hilfreiche Referenz empfunden.